Einmal eine geniale Geschäftsidee von einem südländischen Politiker.

Wer sich dem 7.000-Einwohner- Dorf Gangi auf der Landstraße aus dem Süden nähert, dem eröffnet sich ein spektakulärer Anblick: im Vordergrund das imposante Dorf, ein rund 700 Meter hoher Hügel, bebaut bis zum letzten Winkel. Reihe an Reihe schmiegen sich die Häuser an die Südseite und schützen einander vor Wind und Wetter. Dahinter ragt der Ätna mit schneebedecktem Gipfel aus dem Nichts und raucht gemächlich vor sich hin. Sein Fundament verschwimmt mit den sattgrünen Wiesen, umsäumt von Zypressen, Mandelbäumen, Klatschmohn.

Gangi ist ein Traum, den sich fast 100 Häuslkäufer seit fünf Jahren erfüllen. Damals hatte Bürgermeister Giuseppe Ferrarello, 45, die Idee, Häuser um einen Euro feilzubieten – wenig mehr als die 70 Cent, die in Gangi ein Espresso kostet. „Ich habe die Besitzer der leer stehenden Häuser angeschrieben und sie gebeten, ihre Häuser der Gemeinde zu überlassen, damit wir sie verkaufen können“, erzählt Ferrarello. Viele Verkäufer sind schon die Kindeskinder jener „Gangitani“, die ihr Glück in der Ferne suchten, als sie zu Hause nicht mehr genug Arbeit fanden, und in den Norden Italiens, in die USA, nach Großbritannien oder gar Australien ausgewandert sind.

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