Schlagwort: Economy Class

News-Kolumne: Wie man Investitionen verhindert

Der damalige Finanzminister Wilhelm Molterer verkündete im Jahr 2007, dass die Verwaltungskosten für Unternehmen um 25 Prozent gesenkt werden sollten. Der Plan war einfach: Viele Vorschriften wurden vereinfacht und kosteten die Unternehmen unterm Strich nicht nur weniger Aufwand, sondern auch entsprechend weniger Geld. Entbürokratisierung nannte das die Regierung damals. Ein schöner Plan, der die Firmen dazu animieren sollte, das frei gewordene Geld zu investieren und damit den Wirtschaftskreislauf in Schwung zu bringen.

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News-Kolumne: Bei OMV läuft fast alles wie geschmiert

Es sind noch keine zwei Wochen vergangen, seit Rainer Seele seinen Job als neuer Generaldirektor des Mineralölkonzerns OMV auch offiziell angetreten hat. Was gleich positiv auffällt: Die Stimmung im Konzern ist eine andere geworden. Nicht zuletzt waren die Mitarbeiter beeindruckt, dass sich der Neue 40 Minuten lang ihren Fragen stellte – und auch alle beantwortete. Der Mann kann Menschen vereinnahmen, inhaltlich wird er trotzdem beinhart bleiben. Vor allem die Effizienz des heimischen Öl- und Gasriesen wolle er steigern, teilt Seele in einem Videoblog mit – und gleichzeitig das Unternehmens portfolio optimieren. Außerdem sieht er eine Chance, in russische Produktionsstätten einzusteigen. Eine tragende Rolle spielt auch Peter Oswald , Vorstandsvorsitzender des Papier- und Verpackungsriesen Mondi und seit 19.¬Mai Aufsichtsratschef der OMV. Er hat auch ein Büro in der Zentrale in der Wiener Trabrennstraße – eine international übliche Gepflogenheit, die auch als Signal für mehr Internationalität gilt. Gemeinsam suchen die zwei einen neuen Vorstand für Exploration und Produktion (E&P). Der derzeitige Vorstand Jaap Huijskes wird bis April 2016 im Amt bleiben.

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News-Kolumne: Drum prüfe, wer sich gerne bindet

Es ist eine Geschichte der ungenutzten Möglichkeiten und wird nächste Woche auch im parlamentarischen U-Ausschuss zum Thema Hypo Alpe Adria zur Sprache kommen: Zwei Wirtschaftsprüfer waren bei der Hypo am Werken: der langjährige Hausprüfer Confida mit Prüfungsleiter Walter Groier und, ab 2003, Deloitte mit dem Partner Gottfried Spitzer. Im Finanzjargon nennt man das, was ab 2004 lief, ein Joint Auditing, man teilt sich also die Aufgaben in der Prüfung auf. Relativ schnell kristallisierten sich kommunikative Unzulänglichkeiten heraus. So sagt Spitzer jetzt: „Heute wissen wir, dass wir als Feigenblatt instrumentalisiert und bewusst getäuscht wurden sowie falsche und unvollständige Unterlagen erhalten haben.“ Als Spitzer merkte, dass „massive, nicht verbuchte Verluste von fast 330 Millionen Euro“ in der Bilanz fehlten, widerrief er den Bestätigungsvermerk für die Bilanz 2004.

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News-Kolumne: Pensionen – Wie lange wollen wir noch warten?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Gesellschaften in Europa immer älter werden. Während andere Länder, allen voran Dänemark und Schweden, längst reagiert und die Lebenserwartung in die Berechnung der Pensionen miteinbezogen haben, lässt sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer zumindest vordergründig nicht aus der Ruhe bringen. Und erinnert damit an den deutschen Arbeitsminister Norbert Blüm , der sich 1986 mit seinem Konterfei für die CDU mit dem Motto plakatieren ließ: „Eines ist sicher: die Rente“. Die Geschichte hat leider anderes gezeigt: Wenn eines sicher ist, dann, dass die Pensionen nicht sicher sind.

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News-Kolumne: Braut Bawag steht vor der Entscheidung

Seit 2007 ist der US-Fonds Cerberus bei der Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) Haupteigentümer. Die frühere Hausbank des Gewerkschaftsbundes hatte nach bilanziellen Sorgen unter Helmut Elsner den heutigen Notenbankgouverneur Ewald Nowotny als Generaldirektor. Spätestens seit 2009 Byron Haynes das Ruder in der Bank übernahm, ging es so richtig zur Sache. Man wollte drei bis höchstens fünf Jahre an Bord bleiben und verkaufen. Gewinnbringend, versteht sich. Doch der Plan ging nicht auf. weiterlesen →