Kategorie: Wirtschaft (Seite 1 von 2)

News-Kolumne: Neuer Chef für Energie und Bergbau

Seit April wird in der heimischen Energiebranche kräftig umgerührt – zumindest im öffentlichen Bereich. Zuerst wurden in der staatlichen Regulierungsbehörde E-Control zwei neue Vorstände gekürt, bis spätestens Herbst werden Andreas Eigenbauer und Wolfgang Urbantschitsch die neue Strategie festlegen. Sie folgten den langjährigen Vorständen Walter Boltz und Martin Graf, der jetzt bei der Energie Steiermark im Vorstand sitzt. Im Zuge dieser Personalrochaden gab es immer wieder auch das Gerücht, Christian Schönbauer, seit 2011 Sektionschef für Energie und Bergbau im Wirtschaftsministerium, habe Abwanderungstendenzen in Richtung seines früheren Arbeitgebers E-Control. Jetzt ist fix: Am 1. September ist es soweit.

Lesen Sie mehr dazu auf:

http://www.news.at/a/economy-class-mitterstieler-energie-bergbau-6951013

 

 

Guten Montag, 

Zum Wochenstart eine Anmerkung auf News Wirtschaft über variable Vergütungen und ihren Vorteil für die Firma, wenn sie gut angewandt werden.

Ein Backstage dazu:

@Backstage: Ich habe schon vor einigen Jahren über das damals neu entwickelte Modell der variablen Vergütung beim Leuchtenhersteller Zumtobel geschrieben. Jetzt ist erstmals das passiert, was Vorstände fürchten wie der Teufel das Weihwasser: Ihre Renumeration wurde fast halbiert, weil das Ergebnis nicht so toll war. Ich habe darüber auch mit Aufsichtsratschef Jürg Zumtobel diskutiert.

Noch Fragen? Bitte einfach reinklicken:

http://www.news.at/a/manager-entlohnung-bonus

News-Kolumne: Wer will den Herold?

Die Sache ist streng geheim. So geheim, dass sich niemand aus der Deckung wagen und schon gar nicht zitiert werden will. Klar ist: Die Eigentümer von Herold wollen verkaufen. „Bin ich der Herold?“ – mit diesem Werbespruch sind die ehemaligen Gelben Seiten im Bewusstsein der meisten Österreicherinnen und Österreicher präsent. War das Unternehmen noch vor zehn Jahren printlastig und stand vor allem für die gelben Telefonbücher, kann man heute sagen: Geschäftsführer Thomas Friess und seinem Team ist es gelungen, die Gelben Seiten ins digitale Zeitalter zu beamen. Mit seinen Kollegen in der Geschäftsführung, Uwe Stadelbauer und Martin Kargl, hat Friess gleich noch viele andere neue Bereiche unter dem Unternehmensdach angesiedelt – und kann nicht zuletzt auf ein 500 Mitarbeiter starkes österreichweites Verkaufsteam setzen.

Trotzdem will der Haupteigentümer Triton, ein skandinavischer Beteiligungsfonds, den Herold verkaufen, heißt es aus gut informierten Kreisen. Der Herold habe einen Investmentberater beauftragt, neue Eigentümer zu suchen. Friess sagt dazu lediglich: „Das kommentiere ich nicht.“ Auch ein Triton-Sprecher will sich dazu nicht äußern. Ein kurzer Rundruf unter heimischen Managern ergibt, dass viele schon abgewunken haben.

Das liegt auch an den Unternehmenszahlen. Bei einem Jahresumsatz von 75 Millionen Euro im Jahr 2014 legte Herold ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 4,5 Millionen Euro vor. Im Schnitt könnte Triton für den Herold ein sogenanntes Multiple von fünf bis acht verlangen: Multipliziert man also 4,5 mit fünf respektive acht, ergäbe sich ein Kaufpreis in der Bandbreite von 22,5 bis 36 Millionen Euro.

Ein Blick auf die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre offenbart jedoch: Die Bilanzen sehen weniger stolz aus, als es einer gut geschmückten Braut gebührte. Umsatz und Ergebnis sind teilweise deutlich gesunken, außerdem werden zum Teil hohe Abschreibungen ausgewiesen, die nicht jedem Interessenten gefallen. Das sehen zwar nicht alle so, dennoch wird der Deal keine g’mahte Wies’n für den Herold.

 

News-Kolumne: Auf der Suche nach einer neuen Effizienz

Die Basis will eine Reform, aber die Organisation beharrt auf ihrer Struktur. Beispiele gefällig? Nach den Wahlen am Sonntag bieten sich die ÖVP, aber auch die SPÖ an. Auch Kammern und sonstige Institutionen, nicht nur solche mit Pflichtmitgliedschaft, dürfen sich angesprochen fühlen – zum Beispiel die Industriellenvereinigung (IV). Es rumort bei den Industriellen, weil ihnen die Organisation zu wenig effizient erscheint.

Mitte Februar äußerte der Industrielle Cord Prinzhorn im „Trend“ seinen Unmut über die Zustände in der IV und drohte, weniger Mitgliedsbeitrag zu zahlen, solange sich die Organisation nicht reformiere. Dann gesellten sich noch klingende Namen wie Alfred Heinzel – der Industrielle war früher auch Aufsichtsratschef der ÖIAG – zu Prinzhorn dazu.

Wenige Tage später gab sich IV-Präsident Georg Kapsch in der ORF-„Pressestunde“ zurückhaltend. Nur so viel war klar: Man rede miteinander. Das ist anscheinend immer noch der Fall. Dennoch heißt es aus gut informierten Kreisen, dass die Mitgliedschaft von Prinzhorn vor ein paar Tagen ruhend gestellt wurde. Es gibt auch andere Industrielle, die sehr viel von der Bundesorganisation und ihrer Arbeit, aber deutlich weniger von den Landesorganisationen halten. Und wieder zeigt sich eine Parallele zur Politik: Viele lokale Landeskaiser beharren auf dem teuren Status quo.

Heinzel sagt im Gespräch mit News: „Ich bin grundsätzlich mit der IV zufrieden, insbesondere mit dem Präsidenten, da er politisch unabhängig ist und Themen vorgibt. Kritisch bin ich aber gegenüber der Organisation selbst.“ Man könne nicht nur die Politiker kritisieren und dann bei sich selbst nicht hinschauen. Also fordert Heinzel: „In Kärnten und in der Steiermark gibt es in der IV eine gute Zusammenarbeit, dort könnte man die Büros zusammenlegen, ohne dass wir den Kärntner IV-Präsidenten aufgeben.“ Andere Mitglieder stellen auch die Geschäftsstelle im Burgenland infrage.

Denkt man wieder an die Politik, sollte sich die Organisation der Reform nicht verschließen. Sonst laufen ihr die Mitglieder bald genauso davon wie den Regierungsparteien die Wähler.

Es ist alles eine Frage des richtigen Zeitpunktes

Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Dieses Sprichwort wird Eduard Zehetner, bis Ende April 2015 Vorstandsvorsitzender der Immofinanz AG, Anfang der Woche eingefallen sein. Noch vor einem Jahr – kurz vor seinem Abgang in die Pension – wollte er die Früchte seiner Sanierungsarbeit ernten. Aber erst jetzt scheint der Apfel reif. Zur Erinnerung: Die Immofinanz AG hatte damals ein Auge auf die CA Immo geworfen und wollte das gut ins Portfolio passende, ebenfalls an der Börse notierte Immo-Unternehmen übernehmen.

Schon einige Jahre zuvor hatte die Immofinanz um die Braut gerungen, doch der russische Immobilienmilliardär Boris Mints kaufte mit seiner O1 Group damals 26 Prozent der CA Immo. Und die heimische Immo-Traumhochzeit war vorerst ausgeträumt.

Einige Jahre und mehrere Zerwürfnisse zwischen den Hauptakteuren später ist plötzlich die Zeit reif für die Traumpartie. Die Chemie zwischen Zehetner und dem damaligen CAImmo-Vorstandschef Bruno Ettenauer stimmte spätestens dann nicht mehr,
als Ettenauer als Chef des neuen Immoriesen gehandelt wurde.

Jetzt zieht also der russische Teilhaber ab, hält aber derweil noch zusammen mit der CA Immo zehn Prozent an der Immofinanz. Schließlich hatte man zwischenzeitlich feindliche Absichten gegen das gegnerische Lager gehabt. Ob und wie der Rückzug hier ausschauen könnte, ist offen. Wahrscheinlich wird alles in einem Aufwasch bereinigt. Dann entsteht ein neuer Immoriese in Wien, jetzt sei dafür genau der richtige Zeitpunkt, sagt der CA-Immo-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Ruttenstorfer.

Logisch und passend wäre der Deal freilich schon vor einem Jahr gewesen, die Börsianer hatten ihn geradezu herbeigesehnt. Man hätte das Ganze billiger haben können, weil eine Übernahme für die Aktionäre aus steuerrechtlichen Gründen günstiger wäre als
eine Fusion. Mints hat hoch gepokert und verdient jetzt gut am Ausstieg. Der neue Immofinanz-Chef Oliver Schumy wird nun an einer Fusion mit der CA Immo werken. Ab 2017 könnte das neue Haus gebaut sein.

News-Kolumne: Wegen Reichtums geschlossen

Sommer, Sonne, Strandbad und auch sonntags ein bisschen shoppen: Pünktlich zur Urlaubszeit haben Wirtschaftskammer und Gewerkschaft die Diskussion um die Sonntagsöffnung im Wiener Handel belebt. Seit Jahren Konterparts, die einen für die Unternehmen, die anderen für die Angestellten und im Zweifel gegen Husch-pfusch. Das sei „das Letzte, was wir brauchen“, sagte Gewerkschaftsvertreter Manfred Wolf vor ein paar Tagen. Rainer Trefelik, Handelsspartenobmann in der Wirtschaftskammer, sprach gleichzeitig von einer „sensiblen Phase der Annäherung“.

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News-Leitartikel: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Bei dem Gezeter um die Kärntner Hypo andere Landesbanken nicht vergessen!

Es war vorherzusehen. Das Sondergesetz für die Hypo Alpe Adria wurde gekippt. Und wir haben es schwarz auf weiß: Politiker können früher beschlossene Haftungen nicht einfach per Gesetz ausradieren. Und Schulden tilgen, indem Gläubiger von praktisch mündelsicheren Papieren zur Kasse gebeten werden. Wenn alles schlecht geht, und es spricht einiges dafür, droht ein rund 15 Milliarden Euro großes schwarzes Loch im Budget. Und die Republik, respektive wir Steuerzahler, steht am Ende doch noch für das ganze Schlamassel gerade, das uns das schöne südliche Bundesland mit seiner alles andere als grundsoliden Hausbank eingebrockt hat.

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News-Kolumne: Würfel sind noch nicht gefallen

Glückspiel: Wird es der Megadeal des Jahres?

war eine durchaus illustre Runde, die das Zeug und die nötige Marie haben sollte, bei den staatlichen Casinos Austria einzukaufen: Von den Investoren Peter Goldscheider bis Ronny Pecik wurden mögliche Interessenten genannt; darunter auch solche, die selbst nie zuvor auch nur das geringste Interesse angemeldet hatten, so wie es bei Hans Peter Haselsteiner der Fall war. Fürs Erste hat Harald Neumann , Vorstandschef der niederösterreichischen Novomatic, zugeschlagen. Zuerst übernahm er 18 Prozent an den Lotterien, dann machte er einigen Aktionären der Casinos, die ihrerseits 68 Prozent an den Lotterien halten, ein schönes Angebot. Vorbehaltlich aller kartellrechtlichen Genehmigungen könnte dies der Megadeal des Jahres werden. Noch aber ist das Spiel nicht beendet.

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News-Kolumne: Wie man Investitionen verhindert

Der damalige Finanzminister Wilhelm Molterer verkündete im Jahr 2007, dass die Verwaltungskosten für Unternehmen um 25 Prozent gesenkt werden sollten. Der Plan war einfach: Viele Vorschriften wurden vereinfacht und kosteten die Unternehmen unterm Strich nicht nur weniger Aufwand, sondern auch entsprechend weniger Geld. Entbürokratisierung nannte das die Regierung damals. Ein schöner Plan, der die Firmen dazu animieren sollte, das frei gewordene Geld zu investieren und damit den Wirtschaftskreislauf in Schwung zu bringen.

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1 Haus für 1 Euro

Einmal eine geniale Geschäftsidee von einem südländischen Politiker.

Wer sich dem 7.000-Einwohner- Dorf Gangi auf der Landstraße aus dem Süden nähert, dem eröffnet sich ein spektakulärer Anblick: im Vordergrund das imposante Dorf, ein rund 700 Meter hoher Hügel, bebaut bis zum letzten Winkel. Reihe an Reihe schmiegen sich die Häuser an die Südseite und schützen einander vor Wind und Wetter. Dahinter ragt der Ätna mit schneebedecktem Gipfel aus dem Nichts und raucht gemächlich vor sich hin. Sein Fundament verschwimmt mit den sattgrünen Wiesen, umsäumt von Zypressen, Mandelbäumen, Klatschmohn.

Gangi ist ein Traum, den sich fast 100 Häuslkäufer seit fünf Jahren erfüllen. Damals hatte Bürgermeister Giuseppe Ferrarello, 45, die Idee, Häuser um einen Euro feilzubieten – wenig mehr als die 70 Cent, die in Gangi ein Espresso kostet. „Ich habe die Besitzer der leer stehenden Häuser angeschrieben und sie gebeten, ihre Häuser der Gemeinde zu überlassen, damit wir sie verkaufen können“, erzählt Ferrarello. Viele Verkäufer sind schon die Kindeskinder jener „Gangitani“, die ihr Glück in der Ferne suchten, als sie zu Hause nicht mehr genug Arbeit fanden, und in den Norden Italiens, in die USA, nach Großbritannien oder gar Australien ausgewandert sind.

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