Wachstum braucht Innovation. Auch der neue Bundeskanzler ist eine Innovation. Sagt sein Vorvorgänger Alfred Gusenbauer und beschreibt, wie man mit Innovation Gesellschaft und Wirtschaft befeuern könne: „Innovation hat zwei wesentliche Ebenen: zum einen die permanente Verbesserung von Produkten, Prozessen, Abläufen innerhalb und außerhalb der Betriebe, zum anderen die Verbindung von Integration und Bildung als ökonomische Strategie.“

Innovation falle Unternehmen allein aus dem Grund leichter, dass sie sich im internationalen Wettbewerb behaupten müssen. Da die öffentliche Hand naturgemäß keine Marktanteile verlieren könne, müsse hier der Anstoß zur Innovation öfter durch Ereignisse geschaffen werden. Konkretes Beispiel: „Christian Kern ist schon ein Ereignis. Der Kanzler, der klar sagt: Wir verändern die Gewerbeordnung, vereinfachen die Verwaltung. Kern und der Finanzminister haben offensichtlich eine ganze Liste von Punkten, die man angehen will und die nicht strittig ist.“ Ein Tipp für den neuen Kanzler: „Das Wichtigste ist, dass Kern als Regierungschef in den nächsten zwei Jahren möglichst viele pragmatische Lösungen auf den Weg bringt, wenn sie auch keine Weltwunder sind. Die Leute müssen das Gefühl haben: Da geschieht ja doch etwas.“

Daher brauche es die Verzahnung von Integration und Bildung. In allen OECD- Staaten, Österreich inklusive, wachse die Differenz zwischen primären Einkommensverhältnissen (Nettoeinkommen). Selbst die beste Verteilungsstrategie könne die Ungleichheiten auf Dauer nicht zudecken.

Karl Sevelda, Chef der Raiffeisen Bank International, fordert anlässlich des zweiten Wiener Strategieforums der WU eine radikale Föderalismusreform, mit Wegfall von Gewerbeordnung und Kammerbürokratie. Außerdem solle man Betriebe durch eine radikale Verwaltungsreform entlasten. Gusenbauer sagt, man müsse die Bevölkerung beim Thema Föderalismus etwa über eine Volksbefragung miteinbeziehen, damit sich etwas verändere. Ein bisschen mehr Wirtschaft kann der Politik echt nicht schaden.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir: mitterstieler.esther@news.at