Die Basis will eine Reform, aber die Organisation beharrt auf ihrer Struktur. Beispiele gefällig? Nach den Wahlen am Sonntag bieten sich die ÖVP, aber auch die SPÖ an. Auch Kammern und sonstige Institutionen, nicht nur solche mit Pflichtmitgliedschaft, dürfen sich angesprochen fühlen – zum Beispiel die Industriellenvereinigung (IV). Es rumort bei den Industriellen, weil ihnen die Organisation zu wenig effizient erscheint.

Mitte Februar äußerte der Industrielle Cord Prinzhorn im „Trend“ seinen Unmut über die Zustände in der IV und drohte, weniger Mitgliedsbeitrag zu zahlen, solange sich die Organisation nicht reformiere. Dann gesellten sich noch klingende Namen wie Alfred Heinzel – der Industrielle war früher auch Aufsichtsratschef der ÖIAG – zu Prinzhorn dazu.

Wenige Tage später gab sich IV-Präsident Georg Kapsch in der ORF-„Pressestunde“ zurückhaltend. Nur so viel war klar: Man rede miteinander. Das ist anscheinend immer noch der Fall. Dennoch heißt es aus gut informierten Kreisen, dass die Mitgliedschaft von Prinzhorn vor ein paar Tagen ruhend gestellt wurde. Es gibt auch andere Industrielle, die sehr viel von der Bundesorganisation und ihrer Arbeit, aber deutlich weniger von den Landesorganisationen halten. Und wieder zeigt sich eine Parallele zur Politik: Viele lokale Landeskaiser beharren auf dem teuren Status quo.

Heinzel sagt im Gespräch mit News: „Ich bin grundsätzlich mit der IV zufrieden, insbesondere mit dem Präsidenten, da er politisch unabhängig ist und Themen vorgibt. Kritisch bin ich aber gegenüber der Organisation selbst.“ Man könne nicht nur die Politiker kritisieren und dann bei sich selbst nicht hinschauen. Also fordert Heinzel: „In Kärnten und in der Steiermark gibt es in der IV eine gute Zusammenarbeit, dort könnte man die Büros zusammenlegen, ohne dass wir den Kärntner IV-Präsidenten aufgeben.“ Andere Mitglieder stellen auch die Geschäftsstelle im Burgenland infrage.

Denkt man wieder an die Politik, sollte sich die Organisation der Reform nicht verschließen. Sonst laufen ihr die Mitglieder bald genauso davon wie den Regierungsparteien die Wähler.