Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Dieses Sprichwort wird Eduard Zehetner, bis Ende April 2015 Vorstandsvorsitzender der Immofinanz AG, Anfang der Woche eingefallen sein. Noch vor einem Jahr – kurz vor seinem Abgang in die Pension – wollte er die Früchte seiner Sanierungsarbeit ernten. Aber erst jetzt scheint der Apfel reif. Zur Erinnerung: Die Immofinanz AG hatte damals ein Auge auf die CA Immo geworfen und wollte das gut ins Portfolio passende, ebenfalls an der Börse notierte Immo-Unternehmen übernehmen.

Schon einige Jahre zuvor hatte die Immofinanz um die Braut gerungen, doch der russische Immobilienmilliardär Boris Mints kaufte mit seiner O1 Group damals 26 Prozent der CA Immo. Und die heimische Immo-Traumhochzeit war vorerst ausgeträumt.

Einige Jahre und mehrere Zerwürfnisse zwischen den Hauptakteuren später ist plötzlich die Zeit reif für die Traumpartie. Die Chemie zwischen Zehetner und dem damaligen CAImmo-Vorstandschef Bruno Ettenauer stimmte spätestens dann nicht mehr,
als Ettenauer als Chef des neuen Immoriesen gehandelt wurde.

Jetzt zieht also der russische Teilhaber ab, hält aber derweil noch zusammen mit der CA Immo zehn Prozent an der Immofinanz. Schließlich hatte man zwischenzeitlich feindliche Absichten gegen das gegnerische Lager gehabt. Ob und wie der Rückzug hier ausschauen könnte, ist offen. Wahrscheinlich wird alles in einem Aufwasch bereinigt. Dann entsteht ein neuer Immoriese in Wien, jetzt sei dafür genau der richtige Zeitpunkt, sagt der CA-Immo-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Ruttenstorfer.

Logisch und passend wäre der Deal freilich schon vor einem Jahr gewesen, die Börsianer hatten ihn geradezu herbeigesehnt. Man hätte das Ganze billiger haben können, weil eine Übernahme für die Aktionäre aus steuerrechtlichen Gründen günstiger wäre als
eine Fusion. Mints hat hoch gepokert und verdient jetzt gut am Ausstieg. Der neue Immofinanz-Chef Oliver Schumy wird nun an einer Fusion mit der CA Immo werken. Ab 2017 könnte das neue Haus gebaut sein.