Glückspiel: Wird es der Megadeal des Jahres?

war eine durchaus illustre Runde, die das Zeug und die nötige Marie haben sollte, bei den staatlichen Casinos Austria einzukaufen: Von den Investoren Peter Goldscheider bis Ronny Pecik wurden mögliche Interessenten genannt; darunter auch solche, die selbst nie zuvor auch nur das geringste Interesse angemeldet hatten, so wie es bei Hans Peter Haselsteiner der Fall war. Fürs Erste hat Harald Neumann , Vorstandschef der niederösterreichischen Novomatic, zugeschlagen. Zuerst übernahm er 18 Prozent an den Lotterien, dann machte er einigen Aktionären der Casinos, die ihrerseits 68 Prozent an den Lotterien halten, ein schönes Angebot. Vorbehaltlich aller kartellrechtlichen Genehmigungen könnte dies der Megadeal des Jahres werden. Noch aber ist das Spiel nicht beendet.

Zum Hintergrund: Banken und Versicherungen wollen ihre Anteile großteils abgeben. Einerseits bedingt durch die neuen internationalen Regeln, die eine Fokussierung auf das Kerngeschäft forcieren, andererseits aus schlichtem Geldbedarf. Auch die Mühlengesellschaft Leipnik-Lundenburger Invest und der Versicherungskonzern Uniqa, die zusammen 22,7 Prozent an den Casinos halten, verkaufen; die MTB Privatstiftung von Maria Theresia Bablik gibt ihre 16,8Prozent ebenfalls ab. Wie sich die Vienna Insurance Group entscheidet, war bis Redaktionsschluss nicht klar. Ebenso blieb offen, ob das Bankhaus Schelhammer & Schattera das Glücksspiel aus seinem Portfolio streichen wird. Insidern zufolge kann diese Entscheidung dauern. Das ist nachvollziehbar, schließlich haben die derzeitigen Aktionäre allesamt ein Vorkaufsrecht. Wenn sie keine Eile beim Verkauf haben, kann sich das letztendlich zu ihren Gunsten auswirken.

Der Preis könnte sich nach oben entwickeln, wenn die staatliche Öbib ein neues Offert legt und die kolportierten 450 Millionen Euro von Novomatic überböte. Der diese Woche verstorbene frühere Casinos-Chef Leo Wallner soll Goldscheider seine 0,41Prozent Anteile abgetreten haben, dieser könnte den Deal blockieren. Aber auch das Hotel Sacher oder einer der restlichen Kleinaktionäre.

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