Es sind noch keine zwei Wochen vergangen, seit Rainer Seele seinen Job als neuer Generaldirektor des Mineralölkonzerns OMV auch offiziell angetreten hat. Was gleich positiv auffällt: Die Stimmung im Konzern ist eine andere geworden. Nicht zuletzt waren die Mitarbeiter beeindruckt, dass sich der Neue 40 Minuten lang ihren Fragen stellte – und auch alle beantwortete. Der Mann kann Menschen vereinnahmen, inhaltlich wird er trotzdem beinhart bleiben. Vor allem die Effizienz des heimischen Öl- und Gasriesen wolle er steigern, teilt Seele in einem Videoblog mit – und gleichzeitig das Unternehmens portfolio optimieren. Außerdem sieht er eine Chance, in russische Produktionsstätten einzusteigen. Eine tragende Rolle spielt auch Peter Oswald , Vorstandsvorsitzender des Papier- und Verpackungsriesen Mondi und seit 19.¬Mai Aufsichtsratschef der OMV. Er hat auch ein Büro in der Zentrale in der Wiener Trabrennstraße – eine international übliche Gepflogenheit, die auch als Signal für mehr Internationalität gilt. Gemeinsam suchen die zwei einen neuen Vorstand für Exploration und Produktion (E&P). Der derzeitige Vorstand Jaap Huijskes wird bis April 2016 im Amt bleiben.

Auf die Frage, wann der Nachfolger bestellt wird, sagt Peter Oswald: „So rasch wie möglich.“ Und schon brodelt es in der Gerüchteküche. Da Seele Deutscher ist, sollte der neue E&P-Vorstand ein Österreicher sein, heißt es. Fix ist bloß: Der Headhunter Korn Ferry hat eine Kandidatenliste vorbereitet.

Der Wunsch nach einer hausinternen Lösung soll groß sein, nachdem Seeles Vorgänger Gerhard Roiss offenbar gerne Leute von außen holte. Jüngstes Gerücht im OMV-Glashaus: Zentralbetriebsratsobmann Martin Rossmann soll ein Vorstandsposten versprochen worden sein. Allerdings käme er für den Bereich E&P nicht infrage, wenn, dann würde er sich allenfalls als Personalvorstand anbieten. Sollte diese Konstruktion wirklich gewählt werden, müsste Seele das Personal also abgeben und als CEO wohl gleichzeitig das E&PGeschäft übernehmen, in dem er sich bestens auskennt. Zumindest das hätte eine gewisse Logik. Lange gebrodelt ist aber noch lange nicht gut gekocht.